Julius-Leber-Forum

Regionalbüro für Bremen, Hamburg & Schleswig-Holstein

23.12.2019

And the winner is... "Bewegungen eines nahen Bergs"

Der Preis "Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung" geht im Jahr 2019 an den ?sterreichischen Regisseur Sebastian Brameshuber für seinen filmischen Essay über Ressourcen, Recycling, Migration und Heimat.

 

Beim Filmfest Hamburg 2019 konkurrierten 12 Filme um den Preis "Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung" in der Sektion VETO! - kuratiert von Jens Geiger. Vergeben wurde der Preis von den drei Jurymitgliedern

Barbara Duden, MdHB, Vizepr?sidentin der Hamburgischen Bürgerschaft

Catarina Felixmüller, Kulturjournalistin

Helena Wittmann, Filmemacherin.

 

Der Gewinnerfilm: Bewegungen eines nahen Bergs

von Sebastian Brameshuber

 

Der globale Kapitalismus von seinen R?ndern her betrachtet: ein Film über Recycling, Mythen und Autoreifen. Seit den Tagen der alten R?mer wird am steirischen Erzberg Bergbau betrieben. 2000 Jahre sp?ter stapelt sich in Cliffs Autowerkstatt der Schrott bis unter die Decke. Der nigerianische Mechaniker hat alle H?nde voll zu tun: Er f?hrt durch die Gegend auf der Suche nach einem günstigen Wrack, verhandelt mit osteurop?ischen Reifenh?ndlern und zerlegt Autos in Einzelteile. Diese verschifft er dann in seine alte Heimat, wo sie eine gefragte Ware sind. Im Schatten des Berges verschwimmen die Grenzen der Dinge: zwischen sogenannter erster und dritter Welt, unternehmerischer Freiheit und nie endender Arbeit – und zwischen Fakt und Fiktion.

Website: http://www.filmgarten.at/bewegungen/

Hier gibt es den Trailer des Films

 

Die Jurybegründung

Es ist ein Film, der in den Bann zieht, der ganz einfach glücklich macht. Seine Themen sind die gro?en unserer Zeit: Globalisierung, Kapitalismus, Migration, Rohstoff-Ausbeutung und Wiederverwertung. Regisseur Sebastian Brameshuber aber konzentriert sich auf einen Protagonisten und erz?hlt eine kleine, kraftvolle Geschichte voll überraschender Wendungen. Mit gro?em Respekt n?hert er sich seinen Figuren, ohne sie auszustellen und l?sst so Raum für Imagination.  

Im Zentrum steht ein Mann aus Nigeria. Er lebt und arbeitet in der Steiermark auf einem Schrottplatz am Fu? eines Erzbergwerks. Eine gro?e, unwirtliche Halle am Rande eines Industriegebiets voller Autowracks und Reifenbergen ist sein Zuhause. Hier gibt es eine provisorische Kochstelle und am nahen Fluss frisches Wasser, um die W?sche zu waschen. Hier verkauft er alte Autos oder zerlegt sie in ihre Einzelteile, hier handelt er mit Reifen, Zylinderk?pfen und Sicherungen. Wertstoffe, die er bewahrt, auch für den Markt in Nigeria. Das Ausweiden der Autowracks geschieht in souver?ner Gelassenheit. Mit tausendfach eingeübten Handgriffen gleicht es einem poetischen Akt, trotz aller notwendigen Gewalt. Die Verkaufsverhandlungen am Ort mit Schrotth?ndlern aus Ungarn oder Rum?nien scheinen nie zu einem Abschluss zu kommen, die Kamera beobachtet sie diskret, wiederum voller Achtung, als handele es sich um ein Ritual aus vergangenen Zeiten. Gleiches gilt für die Verhandlungen auf einem Markt in Afrika. Der nigerianische Schrotth?ndler aus der Steiermark blickt auf die Umstehenden und sagt: ?Wenn ihr alle auch kaufen würdet, w?re ich l?ngst wieder zurück in meiner Heimat.“ Wo diese ist, bleibt offen. Wie gesagt, ein Film der glücklich macht.

 

Arbeitseinheit: Julius-Leber-Forum


Friedrich-Ebert-Stiftung
Julius-Leber-Forum

Schauenburgerstra?e 49
20095 Hamburg

040-325874-0
E-Mail-Kontakt


Gerne schicken wir Ihnen pers?nliche Einladungen.

nach oben 汤姆叔叔